KarlJacobiPfarrer Karl Jacobi hat am 1. März den Pfarramtsbezirk Hof und Nisterau, der, knapp 6.000 Mitglieder zählenden, Kirchengemeinde Bad Marienberg, übernommen.

„Ich freue mich darauf, in der Gemeinde vorhandene Traditionen aufzunehmen und modern zu prägen“, sagt er. Viel neuere Musik in der Verkündigung, mediengestützte Präsentationen mit Flipchart und Beamer und zielgruppenorientierte Gottesdienste für Jüngere, Ältere, Jugend oder Familien wünscht sich der 57-jährige Pfarrer.

Karl Jacobi ist seit 1. März neuer evangelischer Pfarrer in Hof und Nisterau. Foto: Sabine Hammann-Gonschorek

Hof/Bad Marienberg. Noch muss Karl Jacobi natürlich viele dieser Pläne vertagen, bis die Einschränkungen der Corona-Pandemie vorbei sind. In den vergangenen eineinhalb Jahren war Jacobi als Vakanzvertreter in verschiedenen Evangelischen Gemeinden des Dekanats Westerwald tätig. Er lebt im Pfarrhaus in Neunkirchen, zusammen mit Ehefrau Anja Jacobi, die seit Oktober 2018 Pfarrerin der Evangelischen Kirchengemeinde Neunkirchen ist. „Der Westerwald hat ganz viele Vorteile. Kinder wachsen in den Dörfern in vielen guten Strukturen auf und die Menschen hier haben doch einen weiten Blick für das, was in der Welt vorgeht“, sagt Jacobi.

Selbst ist das Pfarrerehepaar weit gereist. Nach dem Studium in Heidelberg, Mainz, Marburg und Frankfurt am Main ging Karl Jacobi mit Ehefrau Anja 1994 für ein Jahr in eine farbige Gemeinde nach Südafrika. Zurückgekehrt wurde er 1995 in Königsberg bei Gießen ordiniert. 1998 trat er, gemeinsam mit seiner Frau, schon einmal eine Stelle im Westerwald, nämlich in Neuhäusel, an. 2003 wollte das Pfarrerehepaar nochmals eine Auslandserfahrung machen und leitete bis 2009 die Evangelische Gemeinde in Teheran. Von 2009 bis 2014 arbeiteten die Jacobis in Seckmauern im Odenwald, bevor sie 2014 in die Evangelische Gemeinde nach Addis Abeba wechselten und 2018 zurück in den Westerwald kamen.

„Längerfristige Projekte lassen sich leider nicht in einer Vakanzvertretung realisieren, das kann man nur mit der eigenen Gemeinde machen und Hof ist genau die richtige Gemeinde für mich“, sagt der Pfarrer. Dabei reizt ihn vor allem die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den anderen Pfarrern der großen Bad Marienberger Gemeinde, Pfarrer Oliver Salzmann, Pfarrer Maic Zimmermann und Pfarrer Peter Wagner. Mit diesen zusammen hat Jacobi gerade für die Corona-Krise ein wöchentliches Gottesdienstangebot auf You Tube „kirchenvideo“ auf den Weg gebracht. Der Gottesdienst, der für den vergangenen Sonntag aufgezeichnet wurde, konnte über 1300 Teilnehmer verzeichnen.

Besonders freut sich der Pfarrer auch auf die Zusammenarbeit mit dem CVJM, der in Hof eine lebendige Jugendarbeit macht. „Über den CVJM werden viele junge Leute erreicht, das war ein starkes Argument für Hof“, sagt der fünffache Vater. Aber auch für alle anderen Gruppen innerhalb der Gemeinde und Menschen darüber hinaus möchte der Pfarrer da sein: „Jesus kennenlernen ist ein Gewinn. Das soll die Richtschnur für die erste Zeit sein. Ich glaube, dass eine evangelische Gemeinde viel zu bieten hat, sie soll auch Leute ansprechen, die lange nichts mit Gemeinde zu tun hatten.“ (shg)

Quelle: WW-Kurier